Vorwerk, 02. Juli 2026
Statement zur Abstimmung über den Antrag zur Beschäftigung von Asylbewerbern
In den vergangenen Tagen haben mich einige gefragt, warum ich einem Antrag der AfD im Uelzener Kreistag zugestimmt habe. Diese Frage ist berechtigt – und genau deshalb möchte ich meine Entscheidung transparent erklären:
Vorweg ist mir eines wichtig: Ich bin kein Sympathisant der AfD. Ich lehne ihre politische Ausrichtung in wesentlichen Punkten ab. Gerade deshalb habe ich mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich wusste, dass sie Kritik auslösen würde, und habe mehrere Wochen darüber nachgedacht.
Am Ende blieb für mich eine entscheidende Frage: „Bewerten wir Anträge nach ihrem Inhalt oder nach ihrem Absender?“
Ich bin überzeugt, dass Kommunalpolitik nicht parteipolitische Symbole verwalten,
sondern echte Probleme lösen muss. Wenn demokratische Politik beginnt, Vorschläge allein wegen ihres Absenders auszuschließen, geraten wir in einen Stillstand, von dem am Ende vor allem diejenigen profitieren, die unsere Gesellschaft weiter spalten wollen. Diesen Gefallen dürfen wir niemandem tun.
Der Antrag beschäftigte sich mit der Frage, wie arbeitswillige Asylbewerber stärker beschäftigt werden können. Ob der konkrete Weg der richtige ist, darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Die dahinterstehende Frage halte ich jedoch für berechtigt. Ich denke dabei an Unternehmen, die dringend Personal suchen, und an Menschen, die arbeiten, Verantwortung übernehmen und Teil unserer Gesellschaft werden möchten. Arbeit schafft Begegnung, vermittelt Sprache und eröffnet Perspektiven.
Ich kann mir als unabhängiger Uelzener Landratskandidat den Luxus nicht leisten, Entscheidungen nach ihrem Symbolwert zu treffen. Ich muss sie mit dem Blick der Menschen bewerten, die hier leben und erwarten, dass Politik Lösungen sucht – auch dann, wenn der einfachere Weg wäre, einen Antrag reflexartig abzulehnen.
Denn gute Ideen werden nicht dadurch schlecht, dass sie vom politischen Gegner kommen – genauso wie schlechte Ideen nicht dadurch gut werden, dass sie aus den eigenen Reihen stammen.
Ich weiß, dass diese Entscheidung unterschiedlich bewertet wird – und das gehört zu einer lebendigen Demokratie dazu. Mir ist wichtig, dass wir miteinander im Gespräch bleiben, auch wenn wir nicht immer derselben Meinung sind.
Wenn Sie meine Beweggründe näher kennenlernen oder mit mir über dieses oder andere Themen sprechen möchten, freue ich mich auf den persönlichen Austausch bei meinen Wahlkampfveranstaltungen oder unterwegs im Landkreis. Denn gute Politik beginnt für mich damit, zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen und gemeinsam nach den besten Lösungen für unsere Heimat zu suchen.